Der Landesfischereiverband Pfalz e.V., die BASF SE und die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd setzen sich gemeinsam für die Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses in der Wieslauter ein. Mit dem heutigen Lachsbesatz wird das seit vielen Jahren bestehende Engagement für den Schutz und die Entwicklung der Wanderfischbestände in der Region fortgeführt. Ziel ist es, die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass der Lachs künftig wieder dauerhaft in der Wieslauter heimisch wird und sich natürlich fortpflanzen kann.

„Die Wiederansiedlung des Lachses ist ein wichtiger Baustein für die ökologische Entwicklung unserer Fließgewässer. Sie zeigt, wie langfristiger Artenschutz, die Verbesserung der Gewässerdurchgängigkeit und das gemeinsame Engagement verschiedener Partner zusammenwirken können.“

Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd

Die Wieslauter als wichtiges Gewässer für den Lachs

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) war früher einer der bedeutendsten Wirtschaftsfische des Rheins und seiner Nebenflüsse. Wasserverschmutzung und Wanderhindernisse wie Wehre führten jedoch dazu, dass die Lachsvorkommen in vielen Gewässern stark zurückgingen oder vollständig verschwanden. Heute steht der Lachs unter ganzjährigem Schutz.

Die Wieslauter besitzt aufgrund ihrer gewässerökologischen und naturschutzfachlichen Bedeutung gute Voraussetzungen für die Wiederansiedlung des Lachses. Auf einer Gesamtlänge von rund 67 Kilometern durchfließt sie den Pfälzerwald und das deutsch-französische Grenzgebiet. Bei Untersuchungen wurden bis zu 30 Fischarten nachgewiesen, darunter auch seltene und geschützte Arten wie die Groppe, das Bachneunauge und der Lachs.

Bereits 2007 wurde die Wieslauter im Rahmen des Wanderfischprogramms der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins als Vorranggewässer für die Wiederansiedlung des Lachses in Rheinland-Pfalz ausgewiesen. Ende 2008 folgte die Aufnahme in das rheinland-pfälzische Lachsprogramm „Lachs 2020“.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Rückkehr des Lachses ist die Durchgängigkeit der Fließgewässer. Die Fische müssen zwischen Meer und geeigneten Laich- und Jungfischhabitaten in den Oberläufen wandern können.

Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Durchgängigkeit der Wieslauter war der Bau des Fischwegs an der Berizzi-Mühle in Berg im Jahr 2002. Weitere Fischpässe an der Bienwaldmühle und am Wehr der Mühle Scheibenhard auf deutscher Seite in Scheibenhardt wurden 2011 und 2012 durch die SGD Süd in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Hagenbach fertiggestellt.

Seit 2004 bringen der Landesfischereiverband Pfalz e.V. und die SGD Süd regelmäßig Lachsbrütlinge in die Wieslauter ein. In den vergangenen Jahren wurden dabei jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Jungfische besetzt.

Vertreter der SGD Süd, der BASF SE und des Landesfischereiverbandes (Foto: SGD Süd)
Vertreter der SGD Süd, der BASF SE und des Landesfischereiverbandes (Foto: SGD Süd)

Natürliche Fortpflanzung bereits nachgewiesen

Dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen, belegen Untersuchungen zur natürlichen Reproduktion des Lachses. Im Herbst 2009 wurden unterhalb der Wehranlage Scheibenhardt erstmals Junglachse nachgewiesen, die aus natürlicher Fortpflanzung hervorgegangen waren. Dies deutete darauf hin, dass bereits im Herbst 2008 zurückgekehrte Lachse in der Wieslauter abgelaicht hatten.

Auch in den Folgejahren von 2009 bis 2024 wurden an mehreren Stellen, darunter unterhalb der Wehranlage Scheibenhardt, an der Salmbacher Passage und an der Remy-Brücke in Schweighofen, große Laichgruben festgestellt. Diese Funde dokumentieren die natürliche Fortpflanzung des Lachses in der Wieslauter über mehrere Jahre hinweg.

Die Untersuchungen zur Laichplatz- und Jungfischentwicklung wurden 2009 unter Einbindung des Lachsexperten Dr. Jörg Schneider von BFS, Frankfurt, begonnen. Sie bilden eine wichtige Grundlage, um die Entwicklung des Lachsvorkommens zu bewerten und die Wiederansiedlungsmaßnahmen fachlich zu begleiten.

Die Wiederansiedlung des Lachses ist daher ein langfristiger Prozess. Neben dem Besatz sind insbesondere eine gute Wasserqualität, geeignete Laich- und Jungfischhabitate sowie durchgängige Wanderwege entscheidend für den dauerhaften Erfolg.

Mit dem gemeinsamen Lachsbesatz in der Wieslauter setzen der Landesfischereiverband Pfalz e. V., die BASF SE und die SGD Süd ein Zeichen für den langfristigen Schutz der heimischen Gewässerökosysteme und die Wiederherstellung natürlicher Wanderfischbestände.

Ein anspruchsvoller Wanderfisch: Der Atlantische Lachs (Salmo salar)

Der Atlantische Lachs kann eine Körpergröße bis zu 120 Zentimetern und ein Körpergewicht von circa fünfzehn Kilogramm erreichen. Seine Lebensräume sind in Europa der Nordatlantik und die Ostsee.

Der Atlantische Lachs ist auf saubere, kühle und sauerstoffreiche Gewässer sowie auf geeignete Laichplätze mit lockerem Kies angewiesen. Zur Fortpflanzung wandern die erwachsenen Tiere aus dem Meer flussaufwärts in ihre Laichgewässer. Dort legen die Weibchen ihre Eier in selbst angelegten Laichgruben ab.

Die Jungfische verbringen zunächst ein bis drei Jahre im Süßwasser, bevor sie als sogenannte Smolts mit einer Körperlänge von etwa zehn bis fünfzehn Zentimetern flussabwärts ins Meer wandern. Dort wachsen sie heran, ehe sie nach ein bis drei Jahren zur Fortpflanzung in ihre Herkunftsgewässer zurückkehren.


Quelle: SGD Süd