Kaiserslautern – Am Freitagabend, 24. April 2026, fand in der Kaiserslauterer Fruchthalle die Veranstaltung „Jazzbühne meets NATO-Jazz“ statt. Die Jazzbühne hatte erneut besondere Gäste eingeladen und bot dem Publikum einen eindrucksvollen Streifzug durch die Jazzgeschichte.
Diesmal standen Profi-Musiker in Uniform aus Großbritannien gemeinsam mit dem Lautrer Jazztrio auf der Bühne. Trotz lediglich einer gemeinsamen Probe gelang es den Beteiligten, zu einer bemerkenswert geschlossenen musikalischen Einheit zu verschmelzen.

Der Erlös des Konzerts kommt – in Kooperation mit der NATO-Musikfestival-Stiftung und der Familienhilfe – benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie dem musikalischen Nachwuchs in Kaiserslautern zugute. Das Projekt ist Teil einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Referat Kultur und dem Headquarters Allied Air Command in Ramstein und knüpft an die Tradition des früheren Militärmusik-Festivals auf dem Betzenberg an. Musikschulleiter Max Punstein, Bürgermeister Manfred Schulz und Oberstleutnant Christian Schmidt begrüßten das Publikum.
Fünf Musiker aus Großbritannien
Zu den internationalen Gästen gehörten Benjamin Coxon (Trompete) und Joe O’Connor (Saxophon) von der Band of His Majesty’s Royal Marines Collingwood, die auf der HMS Collingwood in Fareham stationiert ist. Die Formation zählt zu den führenden Militärmusikeinheiten Großbritanniens und übernimmt sowohl zeremonielle Aufgaben als auch öffentliche Konzertauftritte und musikalische Einsätze. Mit rund 340 Auftritten jährlich – darunter bei königlichen Veranstaltungen, Staatsbegräbnissen und internationalen Tourneen – deckt sie ein breites Repertoire von Klassik bis Rock ab.
Ebenfalls vertreten war die Band der Royal Auxiliary Air Force (RAuxAF) mit den Musikern Jonny Griffiths (Altsaxophon), Jack Fitzgerald (Gitarre) und Sam Lightwing (Tenorsaxophon, Klarinette). Diese Reserveeinheit der Royal Air Force mit Sitz auf dem RAF-Stützpunkt Cranwell besteht aus etwa 50 ehrenamtlichen Teilzeitmusikern sowie wenigen hauptamtlichen Kräften und unterstützt regelmäßig Staatszeremonien, öffentliche Auftritte und offizielle Anlässe.



Die Jazzbühne selbst ist seit über 20 Jahren eine erfolgreiche Konzertreihe mit in Deutschland einzigartigem Konzept. Die Rhythmusgruppe um Martin Preiser (Klavier), Stefan Engelmann (Bass) und Michael Lakatos (Schlagwerk) bildet den festen Kern und trifft bei jedem Konzert auf wechselnde nationale und internationale Gastmusikerinnen und -musiker. Das Besondere: Die gemeinsame Performance entsteht weitgehend spontan auf Basis einer einzigen Probe, wodurch sich die unterschiedlichen musikalischen Stile auf kreative Weise miteinander verbinden.
Umfangreiche stilistische Bandbreite
Das Programm zeichnete sich durch eine bemerkenswert breite stilistische Bandbreite aus, die von einfühlsamen Balladen bis hin zu energiegeladenem, dynamischem Jazz reichte. In den ruhigeren Momenten entfalteten Stücke wie “I Remember You” ihre lyrische Tiefe und sorgten für intime, fast erzählerische Klangbilder. Dem gegenüber standen rhythmisch prägnante und kraftvolle Nummern wie “Take the A Train”, die mit ihrem swingenden Drive sofort für Bewegung und Spannung sorgten. Auch moderne und groovige Einflüsse kamen nicht zu kurz, etwa in “Red Clay” oder “Birdfood”, die durch harmonische Offenheit und rhythmische Komplexität überzeugten. Filigrane Melodik zeigte sich unter anderem in “Bluesette”, während Stücke wie “Too Close for Comfort” und “Top of My Head” das Spektrum zwischen klassischem Big-Band-Sound und zeitgenössischer Interpretation abrundeten. Insgesamt entstand ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl emotionale Tiefe als auch musikalische Energie überzeugend miteinander verband.
Das nächste und letzte Konzert der Jazzbühne in der Saison 2025/2026 findet am 22.05.2026 um 19:30 Uhr unter dem Titel "Jazzbühne meets Liedermacher". Dieses Mal zu Gast ist die Sängerin und Gitarristin Cynthias Nickschas.



















Quelle: Treffpunkt-Pfalz – Holger Knecht




