Neustadt an der Weinstraße – Die Panoramabar auf dem Gelände der Landesgartenschau Neustadt an der Weinstraße wird künftig nicht nur den höchsten Aussichtspunkt des Areals markieren, sondern setzt bereits heute Maßstäbe für nachhaltiges Bauen. Für das Gebäude kommt erstmals in Deutschland ein neu entwickelter Beton zum Einsatz, dessen Herstellung rund 35 Prozent weniger CO₂ verursacht als herkömmliche Betonmischungen. Der Rohbau der Panoramabar ist inzwischen ablesbar – Grund für einen Werkstattbericht.

Auf dem Gipfel des ehemaligen Deponiehügels entsteht derzeit ein flexibel nutzbares Gebäude. Besucherinnen und Besucher werden dort künftig einen beeindruckenden Rundumblick über den Pfälzerwald und die Rheinebene genießen und zugleich die besondere Atmosphäre des Standorts erleben können.

Der Bau der Panoramabar ist aber nicht nur wegen der besonderen Lage ein Leuchtturmprojekt: Beim Bau wurde erstmals ein Beton in einer neuen Zusammensetzung verwendet, bei dessen Herstellung rund 35 Prozent weniger CO2 freigesetzt wird. Entwickelt wurde der neue Beton als Kooperation der Universität der Bundeswehr München und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik.

„Einer der Hauptbestandteile von Beton ist Zement, dessen Herstellung heute für rund sieben Prozent der weltweiten anthropogenen CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Bei der Panoramabar kommt dagegen ein Beton zum Einsatz, bei dem ein Teil des Zements durch calcinierte Tone ersetzt wurde.“

Matthias Maier vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik

„Tone sind als natürlicher Rohstoff in Rheinland-Pfalz reichlich vorhanden. Mit dem für die Panoramabar verwendeten Beton wird erstmals in Deutschland ein Bindemittel eingesetzt, das nur noch zu 50 Prozent aus emissionsintensivem Klinker besteht und stattdessen regionalen Ton sowie Kalksteinmehl nutzt.“

Nancy Beuntner von der Universität der Bundeswehr München

Die verwendeten Tone stammen von dem im Westerwald ansässigen Werk Goerg & Schneider GmbH & Co KG. Der neue Baustoff hat sämtliche Prüfungen hinsichtlich Festigkeit und Witterungsbeständigkeit erfolgreich bestanden. Da die verwendete Zusammensetzung bislang nicht durch bestehende Normen abgedeckt wird, wurde für das Projekt eine Zulassung im Einzelfall erteilt.

„Das Leitprinzip der Landesgartenschau 2028 ist Cradle to Cradle – also eine konsequent nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Die Panoramabar zeigt, dass wir ganz besonders bei den beiden Neubauten auf dem Gelände auf maximale Nachhaltigkeit setzen.“

Baudezernent Bernhard Adams

„Unsere Landesgartenschau soll ein Ort sein, an dem Ideen für das Bauen von Morgen sichtbar werden. Mit der Panoramabar realisieren wir ein Bauprojekt, das neue Wege für klimafreundliches Bauen aufzeigt und wichtige Impulse setzt.“

LGS-Geschäftsführerin Anne Pieper

Beton zählt aufgrund seiner Vielseitigkeit, Stabilität, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit zu den weltweit meistgenutzten Baustoffen. Gleichzeitig steht die Zement- und Betonindustrie vor der Herausforderung, ihre Emissionen im Einklang mit den Klimazielen drastisch zu reduzieren. Projekte wie die Panoramabar leisten dazu einen wichtigen Beitrag und zeigen, wie innovative Baustoffe den Weg zu einer klimaneutralen Bauwirtschaft ebnen können.


Quelle: Landesgartenschau 2027 Neustadt an der Weinstraße gGmbH