Lambrecht – Gegenüber des Lambrechter Bahnhofs lädt eine öffentliche Grünfläche zum Innenhalten ein: hier bieten selbst im Oktober noch unterschiedliche Blüten Futter für Insekten. Eine Kräuterschnecke grünt, ein Sandarium liefert den Lebensraum für Reptilien wie die geschützte Mauereidechse. Welche Pflanzen und Tiere hier im Einzelnen zu finden sind, erklärt eine Infotafel.

„Hier ist eine Fläche entstanden, die modellhaft zeigt, was klimaresiliente Grünanlagen ausmacht und was diese zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Hierzu wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die darauf abzielen, die ökologische Vielfalt zu fördern und einen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu leisten“,

sagte der Bezirkstagsvorsitzende Hans-Ulrich Ihlenfeld bei der offiziellen Übergabe der Fläche an die Stadt.

Die Grünanlage in Lambrecht ist eine von vier öffentlichen Anlagen, die auf Initiative des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts „Gärten für die Artenvielfalt“ umgestaltet wurde. Wo zuvor auf rund 220 Quadratmeter Schotter und Thuja-Hecken bestimmend waren, wachsen jetzt rund 300 unterschiedliche naturnahe Stauden wie gelber Blasenstrauch, Kornelkirsche oder eingriffeliger Weißdorn.

Zunächst hatte die Gemeinde in Eigenleistung den bestehenden Schotterbelag abgeräumt. Dann folgte in einem partizipativen Prozess und in enger Abstimmung mit der Gemeinde die Umgestaltung. Der Boden wurde größtenteils ausgetauscht und mit Holz neu eingefasst.

„Ziel war, eine attraktive Fläche mit ganzjährigem Blühangebot zu schaffen, die sowohl eine durchgehende Nahrungsverfügbarkeit für Bestäuber und blattfressende Arten sicherstellt als auch dem außenstehenden Betrachtenden zu jeder Jahreszeit optische Reize bietet. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir die modellhafte Neugestaltung der Fläche hier in Lambrecht realisieren konnten, wo auch die Geschäftsstelle des Biosphärenreservates Pfälzerwald ihren Sitz hat“,

führte Antje van Look aus, die im Biosphärenreservat für das Projekt verantwortlich zeichnet.

Künftig wird sich die etwa zehnköpfige Natur- und Umweltgruppe unterstützt durch den örtlichen Bauhof um die Pflege der Anlage kümmern. Stadtbürgermeister Andreas Ohler dankte der Gruppe für ihr Engagement und dem Biosphärenreservat für die Initiative.

Gefördert wurde das Projekt von 2022 bis 2026 über INTERREG Oberrhein und das Land Rheinland-Pfalz.

Weitere Informationen unter www.pfaelzerwald.de.

Auf dem Foto (v.l.): Bezirkstagsvorsitzender Hans-Ulrich Ihlenfeld, Biosphärenreservats-Direktorin Dr. Friedericke Stakelbeck, Bürgermeister Andreas Ohler und Projektleiterin Antje van Look.


Quelle: UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen