Jockgrim – Wenn ein Alarm jäh den Alltag durchbricht, sind sie es, die das Abendessen, die Familie oder das Wochenende zurücklassen und direkt losrennen: Die Feuerwehrangehörigen im Landkreis Germersheim stehen seit Jahrzehnten bereit, wenn Hilfe gebraucht wird. Für diesen Einsatz hat Landrat Martin Brandl nun 29 langjährige Kameradinnen und Kameraden ausgezeichnet – darunter zehn mit dem Goldenen Feuerwehr-Ehrenzeichen für 35 Jahre aktiven Dienst und 18 mit dem Ehrenzeichen für 45 Jahre.
Eine seltene Auszeichnung konnte Brandl am traditionellen Ehrungsabend, der dieser Tage im Ziegeleimuseum in Jockgrim stattfand, an Holger Karn überreichen: Der erhielt das Silberne Ehrenzeichen am Bande für besondere Verdienste rund um das Feuerwehrwesen – eine Auszeichnung, die bundesweit nur etwa 100 Mal im Jahr verliehen wird.
„Wenn Holger Karn in seinem Wohnort Freisbach auf junge Menschen trifft, die er noch nicht kennt oder die aus seiner Sicht zur Feuerwehr passen würden, dann scheut er sich nicht diese Personen direkt und persönlich anzusprechen – eine Form der Akquise für den Feuerwehrnachwuchs, die ebenso außergewöhnlich wie erfolgreich ist“
so Brandl mit einer Anekdote, die zusätzlich zu den Worten des Dankes und der Würdigung für ein außergewöhnliches Engagement im Dienste der Feuerwehr gleichermaßen für Erstaunen und Erheiterung unter den Gästen sorgte.
„Heute ehren wir herausragende Lebensleistungen von Menschen, die ihr Leben über Jahrzehnte hinweg in den Dienst des Ehrenamts gestellt haben. Ihr seid echte Vorbilder für unsere Gesellschaft. Egal wann und wo der Alarm losgeht eilt zur Hilfe. Für diesen unermüdlichen Einsatz sage ich im Namen des gesamten Landkreises: Danke, dass Ihr immer da seid! Wir brauchen euch alle, und ich spüre diesen besonderen Zusammenhalt bei solchen Anlässen ebenso wie im Ernstfall. Deshalb gibt es für mich auch in einer angespannten Haushaltslage ein klares Bekenntnis zum Katastrophenschutz und zur Feuerwehr: hier werden wir ganz gewiss nicht sparen.“
Landrat Martin Brandl
Neue Führung für den Ernstfall
Der Abend war am Ende noch mehr als die Ehrungen: Der Kreis hat zugleich die Führungsstrukturen für große Schadenslagen weiter gestärkt. Neue Kreisausbilder wurden für die Rettung aus Höhen und Tiefen sowie für die Technische Einsatzleitung bestellt, zwei Gruppenführer übernahmen Aufgaben in der Information und Kommunikation. Sieben Gruppenführer wurden zudem für die Katastrophenschutzmodule Betreuung, Führungsunterstützung, Verpflegung und Sanitätsdienst bestellt.
Damit reagiert der Landkreis auf eine zentrale Herausforderung: Im Ernstfall müssen Einsatzkräfte, Versorgung, Kommunikation und medizinische Hilfe schnell und koordiniert zusammenwirken. Die neuen Funktionen sorgen dafür, dass diese Verantwortung auch personell abgesichert ist.
Dank an zwei langjährige Wegbereiter
Persönliche Würdigungen gab es gegen Ende der Ehrungen noch für Lutz Kolbow, den bisherigen Einheitsführer des Gefahrstoffzugs, und Heiner Butz, der viele Jahre ehrenamtlicher Katastrophenschutzbeauftragter des Deutschen Roten Kreuzes war. Beide haben die Sicherheitsarchitektur des Landkreises über Jahre entscheidend mitgeprägt. Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Christian Betzel und Landrat Brand waren sich einig:
„Von dir, lieber Heiner Butz, dürfen wir uns ganz gewiss auch in Zukunft weiterhin viele Impulse und Ideen erhoffen.“
Über ein sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit innerhalb der Blaulichtfamilie freute sich hingegen nicht nur Butz: in Jockgrim erfolgte die offizielle Übergabe eines Rettungswagens an das DRK.
„Damit stärken wir den Rettungsdienst vor Ort – und gleichzeitig eine Versorgung, von der die Menschen im Kreis unmittelbar profitieren.“
Landrat Martin Brandl
Betzel, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Mario Schmid zu den Gratulanten zählte, betonte die Bedeutung des Engagements:
Diese Ehrungen zeigen, wie viel Erfahrung, Verlässlichkeit und Teamgeist in unseren Feuerwehren und im Katastrophenschutz steckt. Gerade diese Menschen machen den Landkreis im Ernstfall handlungsfähig.
Mehr als 100 Gäste, darunter zahlreiche Bürgermeister und Vertreter der Katastrophenschutzfamilie, waren der Einladung nach Jockgrim gefolgt. Am Ende stand weniger eine Zahl als ein Bild: ein Landkreis, dessen Sicherheit auf Menschen beruht, die bereit sind, im entscheidenden Moment für andere da zu sein.
Quelle: Kreisverwaltung Germersheim






