Neustadt an der Weinstraße – Unter dem Motto „Zukunftsort_vhs – Gemeinsam das Morgen gestalten“ haben sich die Vertreterinnen und Vertreter der 57 Volkshochschulen des Landesverbandes Rheinland-Pfalz zur Mitgliederversammlung 2026 im Hambacher Schloss versammelt. Der Vorsitzende Hendrik Hering begrüßte die Delegierten sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Hambacher Schloss: Symbolort der Demokratie

Mit der Wahl des Tagungsortes setzte der rheinland-pfälzische vhs-Verband ein bewusstes Zeichen. Das Hambacher Schloss gilt als Wiege der deutschen Demokratiebewegung – ein historischer Ort für freie Debatten, gesellschaftliche Selbstverständigung und zivilgesellschaftliches Engagement. Diese besondere symbolische Strahlkraft prägte die Mitgliederversammlung.

Hendrik Hering betonte in seiner Eröffnungsrede:

„Volkshochschulen sind Orte der Demokratie. Das ist in Zeiten wie diesen besonders wichtig. Wir brauchen Orte, an denen Bürgerinnen und Bürger sich informieren, sich austauschen, diskutieren und auch mal streiten können. Das sind die Volkshochschulen! Gerade deshalb ist das Hambacher Schloss heute unser Tagungsort – seine Geschichte ist Verpflichtung und Auftrag zugleich.“

Hendrik Hering

vhs als Orte der Demokratiebildung

Volkshochschulen schaffen niedrigschwellige Zugänge zu Wissen, fördern kritische Medienkompetenz, stärken Dialogfähigkeit und ermöglichen politische Bildung für alle Generationen. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Resilienz unserer Demokratie – von der kommunalen Debatte bis zur europäischen Perspektive.

Dr. Tamara Müller, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit, unterstrich diese Rolle:

„Die Volkshochschulen sind wichtige Partner in der Weiterbildung und der Demokratiebildung in Rheinland-Pfalz. In einer Zeit, in der Desinformation und politische Polarisierung zunehmen, brauchen wir Orte, an denen Bürgerinnen und Bürger Fakten von Meinungen unterscheiden lernen und kontroverse Themen sachlich diskutieren können. Genau das leisten die 57 Volkshochschulen im Land. Das Weiterbildungsgesetz gibt ihnen dafür einen seit 30 Jahren bewährten Rahmen und durch die Förderung von Projekten wie ,Fit im Digitalen Leben-Diginetz der Volkshochschulen‘ oder die jährliche ,Lange Nacht der Demokratie‘ können wir neue Ansätze in diesen Bereichen fördern.“

Dr. Tamara Müller, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit

Bürgermeister Stefan Ulrich verwies auf die vhs Neustadt als starkes lokales Beispiel und bestätigte die Bedeutung vor Ort: Mit vielfältigen Angeboten von Grundbildung über politische und kulturelle Bildung bis hin zu Projekten der Integration und digitalen Teilhabe sei die vhs „erste Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die mitreden und mitgestalten wollen“.

Strategie für Zukunftsfähigkeit

Angesichts globaler Krisen und gesellschaftlicher Spannungen verdeutlichte die Versammlung, wie sehr Orte der Bildung und Begegnung gebraucht werden. Die Volkshochschulen bieten Orientierung, fördern Teilhabe und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Ein landesweiter Strategieprozess des Verbandes zielt darauf ab, Professionalität, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen nachhaltig zu stärken.

Höhepunkt: Die Hambacher Erklärung

Als zentrales Ergebnis der Mitgliederversammlung wurde die Hambacher Erklärung unterzeichnet. Sie bekräftigt den gemeinsamen Anspruch der Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz, Demokratiebildung als Kernauftrag sichtbar zu machen, Teilhabegerechtigkeit zu sichern und Kooperationen in Kommunen, Ländern und Bund weiter auszubauen.

„Mit der Hambacher Erklärung geben wir ein klares Versprechen: Wir machen Demokratie erfahrbar: verständlich, zugänglich und wirksam, in Stadt und Land, analog und digital.“

Hendrik Hering

„Die Hambacher Erklärung formuliert Ansprüche, die wir als Landesregierung teilen. Und sie zeigt, wie ernst die vhs ihren öffentlichen Bildungsauftrag nimmt. Sie vernetzt, öffnet Türen und stärkt das Vertrauen in demokratische Institutionen – das ist von unschätzbarem Wert für unser Land.“

Staatssekretärin Dr. Tamara Müller

Impulse aus Praxis und Kultur

Mit seinem Input „Demokratie in der Krise – die Herausforderungen der vhs“ setzte der Publizist Albrecht von Lucke inhaltliche Akzente. Praxisbeispiele aus den Volkshochschulen, Beiträge der Landeszentrale für politische Bildung im Projekt „Demokratieland RLP“ sowie das Programm des Deutschen Volkshochschul-Verbandes „Starke vhs für eine starke Demokratie“ verdeutlichten die Bandbreite des Engagements – von Debattenformaten über Medienbildung bis zu Beteiligungsprojekten. Der Künstler Rico Montero präsentierte einen Demokratierap und zeigte, wie offen, vielfältig und niederschwellig Volkshochschulen Demokratiebildung künstlerisch und alltagsnah vermitteln.

Ausblick

Mit der Mitgliederversammlung im Hambacher Schloss bekräftigt der Verband der Volkshochschulen Rheinland-Pfalz e.V. seinen Anspruch, als „Zukunftsort_vhs“ gesellschaftlichen Wandel konstruktiv zu begleiten. Die rheinland-pfälzischen Volkshochschulen werden ihre Angebote zur Demokratiebildung weiter ausbauen, Kooperationen vertiefen und innovative Lernräume schaffen – für eine lebendige, widerstandsfähige Demokratie.


Quelle: Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e.V.