Lambrecht – Durch den Pfälzerwald soll künftig ein gestrafftes und qualitativ hochwertiges Grundwanderwegenetz führen, das auf den bestehenden Traditionswanderwegen des Pfälzerwald-Vereins aufbaut. Das Land Rheinland-Pfalz trägt mit einer Förderung von rund 1,5 Mio. Euro zur Umsetzung bei und übernimmt damit 75 Prozent der Gesamtkosten.

Zur Übergabe des Fördermittelbescheid kam der Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz, Michael Ebling, nach Lambrecht. Er stellte die Bedeutung des Projekts für die gesamte Region heraus:

„Der Pfälzerwald ist eines der touristischen Aushängeschilder unseres Landes. Seine einzigartige Natur, die traditionsreichen Wanderhütten und die große Gastfreundschaft machen ihn zu einem besonderen Erlebnis für Gäste aus nah und fern. Mit dem neustrukturierten Wanderwegenetz investieren wir gezielt in die Qualität und Zukunftsfähigkeit des Wandertourismus. Davon profitieren nicht nur unsere Gäste, sondern auch die Gastronomie, die Beherbergungsbetriebe und die gesamte Region. Besonders freut mich, dass hier Kommunen, Verbände und Tourismusakteure gemeinsam Verantwortung übernehmen, um dieses besondere Angebot langfristig zu sichern. Ich freue mich, dass wir dieses Engagement und die Infrastruktur im Rahmen der Tourismusstrategie des Landes mit rund 1,5 Mio. Euro fördern können.“

Minister Michael Ebling

Durch die Neustrukturierung entsteht ein 1.950 Kilometer langes Grundwanderwegenetz im Pfälzerwald, das nach modernsten Qualitätsanforderungen ausgeschildert und mit einer Vielzahl neuer Erholungsinfrastruktur ausgestattet wird.

„Damit besteht die riesige Chance, unser touristisches Potential deutlich aufzuwerten, zu sichern und gemeinsam zu vermarkten und damit einen Meilenstein im Tourismus der Pfalz zu setzen. Durch eine zusätzliche Zertifizierung von größeren Teilen des Wegenetzes und die Ermöglichung von längeren Streckenwanderungen, die man in einfacher Weise selbst zusammenstellen kann, werden ganz neue Zielgruppen von Wanderern erreicht werden können, die Interesse an einem längeren, intensiveren Wandererlebnis in der Natur haben.“ 

Hans-Ulrich Ihlenfeld, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz

Die Konzeption für dieses Wanderwegenetz entstand in den Jahren 2022 und 2023 auf Initiative des Pfälzerwald-Vereins unter der Trägerschaft des Bezirksverbands Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald und in enger Abstimmung mit den beteiligten Kommunen sowie Vertreterinnen und Vertreterin aus Tourismus und Naturschutz. Auch dieser Projektabschnitt wurde aus Landesmitteln gefördert. Trotz der unterschiedlichen Interessens- und Ausgangslagen in den Kommunen und knapper Haushaltsmittel schlossen sich 24 Städte und Verbandsgemeinden im Pfälzerwald zusammen. In einem Kooperationsvertrag verpflichten sie sich zu Erstfinanzierung, dauerhafter Pflege und Zusammenarbeit beim Management des Wanderwegenetzes.

„Das Wanderwegeprojekt ist in dieser Form eine interkommunale Zusammenarbeit mit dem Ehrenamt, die es im Biosphärenreservat in dieser Größenordnung noch nicht gab.“.

Friedericke Stakelbeck, Direktorin des Biosphärenreservats
Das Biosphärenreservat Pfälzerwald lockt durch seine Schönheit zahlreiche Menschen in die Natur. (Foto: Biosphärenreservat/Ralf Ziegler)
Das Biosphärenreservat Pfälzerwald lockt durch seine Schönheit zahlreiche Menschen in die Natur. (Foto: Biosphärenreservat/Ralf Ziegler)

Ausgangspunkt für das Wanderwegeprojekts war die Chance, die Wanderwegestruktur des Pfälzerwaldes nachhaltig zu verbessern und neu aufzustellen. Gleich mehrere Faktoren sollen Pflege des Wegenetzes künftig deutlich einfacher und leichter machen: die Straffung des Wegenetzes, die Digitalisierung des Wegemanagements, die vereinfachte Markierungsweise und die Unterstützung durch die kommunale Hand.

„Für den Pfälzerwald-Verein können wir heute voller Stolz vom konkreten Beginn eines Jahrhundertprojekts im Pfälzerwald sprechen.“

Martin Brandl, Hauptvorsitzender des Pfälzerwald-Vereins

Konkret stehen in der Umsetzung in den kommenden Monaten wichtige Planungsarbeiten an. Ein Beschilderungs- und ein Demontagekataster muss erstellt werden, 75 Informationstafeln gehen in Vorbereitung, vorhandenen Möblierung wie Bänke und Picknickplätze werden dokumentiert und rund 50 neue Standorte für Ruheplätze festgelegt. Nicht zuletzt müssen Ausschreibungsunterlagen erarbeitet und die Ausführung betreut werden. Um die Arbeiten zu koordinieren hat sich eine projektbegleitende Steuerungsgruppe aus Kommunen, Biosphärenreservat, Pfälzerwald-Verein und Pfalz.Touristik gebildet. Das erste Treffen ist bereits im Dezember vorgesehen.

„Der Pfälzerwald ist seit jeher eine der großen Wanderregionen Deutschlands. Seine Wälder, Felsen, Täler und Aussichtspunkte sind ein Stück Heimat und zugleich ein wichtiger Grund, warum Menschen aus nah und fern zu uns kommen. Wir wollen den Pfälzerwald als Wanderregion weiter stärken. Für ein solches Projekt braucht es starke Partner. Kommunen, Bezirksverband, Biosphärenreservat, Pfalz Touristik und Pfälzerwald-Verein arbeiten Hand in Hand. Heute danken wir außerdem der Unterstützung des Landes, das die Bedeutung der Neukonzeption ebenso befürwortet.“

Hans-Ulrich Ihlenfeld

Quelle: UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen